Eurosport - Di 29.Jun. 21:44:00 2010
Klitschkos WM-Kampf auf deutschem Boden
Der nächste Kampf von Weltmeister Wladimir Klitschko findet in Deutschland statt. Das Management des WBO- und IBF-Champions hat in New Jersey/USA die Versteigerung des Titelduells gegen den Russen Alexander Powetkin gewonnen. Als Austragungsort ist Frankfurt/Main im Gespräch.
Wie "bild.de" berichtete, bot das Klitschko-Lager 8,313 Millionen US-Dollar (6,76 Millionen Euro), der Berliner Sauerland-Stall, für den Powetkin kämpft, setzte 4,25 Millionen Dollar (3,45 Millionen Euro) dagegen.
Sauerland wollte das Schwergewichts-Duell ersteigern, um den Kampf in Moskau austragen und dem 30-jährigen Powetkin damit einen Heimvorteil verschaffen zu können. Zudem ist Sauerlands Fernsehpartner die ARD, während die Klitschko-Brüder mit RTL kooperieren. Der Titelkampf soll im September stattfinden.
Olympiasieger Powetkin ist in 19 Profi-Kämpfen unbesiegt und als Nummer eins der WBO- und IBF-Rangliste der Pflichtherausforderer für Klitschko. Der drei Jahre ältere Ukrainer bringt es in 57 Kämpfen auf 54 Siege, davon 48 durch K.o.
Eurosport - So 20.Jun. 11:37:00 2010
Abraham büßt die Führung ein
Profi-Boxer Arthur Abraham hat die Führung im Super-Six-Turnier der sechs weltbesten Supermittelgewichtler abgegeben. An die Spitze der Wertung setzte sich der Amerikaner Andre Ward. Der 26 Jahre alte WBA-Weltmeister bezwang in Oakland/Kalifornien seinen Landsmann Alan Green einstimmig nach Punkten.
Das Ergebnis: 120:108, 120:108, 120:108. Mit dem Sieg hat sich Ward bereits für das Halbfinale qualifiziert. Er ist als einziger Turnier-Teilnehmer nach Abschluss der zweiten von drei Vorrunden ohne Niederlage und führt die Wertung mit vier Punkten an.
An zweiter Stelle rangiert der Berliner Ex-Weltmeister Abraham, der nach einem K.o.-Sieg über Jermain Taylor (USA) und einer Niederlage gegen Andre Dirrell (USA) über drei Punkte verfügt. Jeweils zwei Zähler nach einem Punktsieg und einer Niederlage haben der dänische WBC-Champion Mikkel Kessler, der Brite Carl Froch und der Amerikaner Dirrell auf dem Konto. Der für den ausgeschiedenen Jermain Taylor (USA) ins Turnier gekommene Green ist noch sieg- und punktlos.
In der dritten Turnier-Runde muss Abraham gegen Froch antreten. Über den Austragungsort wird derzeit verhandelt. Möglich ist auch ein neutraler Schauplatz in Europa. Nach Abschluss der Vorrunde bestreiten die vier bestplatzierten Boxer das Halbfinale des mit 50 Millionen Dollar dotierten Turniers. Das Finale soll im Sommer 2011 folgen.
Eurosport - So 20.Jun. 08:33:00 2010
Rahman gewinnt 2. Comeback-Kampf
Box-Profi Hasim Rahman aus den USA hat sein Comeback im Schwergewicht mit einem weiteren Sieg fortgesetzt. Der frühere zweimalige Weltmeister besiegte in Niagara Falls (US-Bundesstaat New York) seinen Landsmann Shannon Miller durch technischen K.o. in der vierten Runde.
In dem über zehn Runden angesetzten Kampf hatte Rahman seinen Kontrahenten bereits dreimal zu Boden geschickt, ehe der Ringrichter das Duell nach 1:37 Minuten im vierten Durchgang nach dem vierten Niederschlag abbrach.
Für den 37 Jahre alten Rahman war es erst der zweite Kampf nach seiner Niederlage im WM-Fight gegen Wladimir Klitschko (Ukraine) im Dezember 2008. Den ersten Comeback-Kampf im März dieses Jahres hatte Rahman gegen seinen Landsmann Clinton Boldridge ebenfalls durch technischen K.o. gewonnen.
Eurosport - So 13.Jun. 13:33:00 2010
EM-Champ Makarov gibt Tempo vor
Der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) hat sich auf den langen Weg zu den Olympischen Spielen 2012 in London gemacht und Federgewichtler Denis Makarov gibt dabei das Tempo vor. Zwei Jahre vor den bedeutenden Wettkämpfen in England wurde der 23-Jährige Europameister in seiner Gewichtsklasse.
Im Moskauer Megasportpalast schnappte sich der Bottroper am Samstag mit einem überlegen geführten Kampf im Finale gegen den Engländer Lain Weaver die Goldmedaille. 7:2 lautete die Wertung. Nach dem Sieg des heutigen Universum-Profis Vitali Tajbert im kroatischen Pula ist Makarovs Erfolg der erste EM-Titel für den DBV seit sechs Jahren.
"Mit Gold war wirklich nicht zu rechnen. Das ist schon eine Überraschung", sagte Makarov überglücklich. "Jetzt will ich bei der WM im nächsten Jahr auch eine Medaille - und dann auf nach London." Die Worte hört DBV-Sportdirektor Michael Müller gern. "Denis' Triumph ist ein gutes Zeichen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben in Vorbereitung auf Olympia", meinte Müller.
Auch die weiteren deutschen Boxer ließen in Russland aufhorchen: Fliegengewichtler Ronny Beblik aus Chemnitz und der Osnabrücker Leichtgewichtler Eugen Burhard sicherten sich jeweils die Bronzemedaille und erfüllten somit die Vorgabe des Verbandes von dreimal Edelmetall. "Nicht zu vergessen sind zwei weitere Platzierungen unter den ersten Acht", betonte Müller, der die Kämpfe am Ring verfolgt hatte. "Insgesamt haben wir sehr gut abgeschnitten."
Makarovs Erfolg knüpft an die erfolgreiche Entwicklung im Vorjahr an: Im September 2009 sorgte der Darmstädter Jack Culcay-Keth mit dem Gewinn des Weltmeistertitels in Mailand für den größten DBV-Erfolg seit 14 Jahren. Culcay steht dem DBV allerdings nicht mehr zur Verfügung: Mit dem WM-Gold um den Hals wechselte er ins Profi-Lager zu Universum.
Im Bantamgewicht hatte Makarov bei den Europameisterschaften 2008 noch die Bronzemedaille errungen, eine Gewichtsklasse höher ließ er jetzt den großen Coup folgen. Knackpunkt war der Sieg im Viertelfinale gegen den Russen Sergej Wodopianow. "Der war immerhin 2007 Weltmeister, ein richtiger Brocken", berichtete Makarov. DBV-Sportdirektor Müller lobte: "Sowohl technisch wie auch taktisch hat sich Denis ohne Schwächen durch alle Runden geboxt und überzeugend gewonnen." Im Finale habe Makarov in der dritten Runde «alles ausgepackt und mit 4:0 Treffern den Sieg perfekt gemacht".
Eurosport - So 06.Jun. 00:20:00 2010
Sylvester im Glück, Tumulte um Punkte
Sebastian Sylvester hat seinen Titel als IBF-Champion im Mittelgewicht verteidigt. Im Neubrandenburger Jahn-Sportforum musste der Mecklenburger gegen den Russen Roman Karmazin aber einen harten Kampf überstehen, der von den Punktrichtern mit einem Unentschieden gewertet wurde.
Nur hauchdünn schrammte der IBF-Weltmeister im Mittelgewicht in Neubrandenburg an einer Niederlage vorbei und bleibt nur aufgrund eines Unentschiedens im Titelkampf gegen den russischen Herausforderer Roman Karmazin Champion. 117:111, 111:118 und 114:114 werteten die drei Punktrichter und sorgten damit für einen Skandal.
Das Remis (114:114), das der kanadische Punktrichter Pasquale Procopio gab, ist mit Zudrücken beider Augen gerade noch akzeptabel. Doch wie der Amerikaner Matthew Podgorski Weltmeister Sylvester mit gewaltigem Vorsprung (117:111) vorne sehen konnte, während sein Landsmann John Lawson Herausforderer Karmazin als klaren Sieger (118:111) auf dem Zettel hatte, bleibt wohl ein ewiges Geheimnis. Beobachter fragten sich entsetzt: Haben beide Amerikaner tatsächlich denselben Kampf gesehen? "Das ist unheimlich krass", befand TV-Co- Kommentator Henry Maske.
"Dachten, er wollte die Zettel klauen"
Bei der quälend langen Auszählung der Punkte mit nachträglichen Korrekturen (!) gab es Tumulte. Während die 4500 Zuschauer in Erwartung eines Sylvester-Sieges "Oh, wie ist das schön" sangen, pirschte ein erboster Betreuer aus dem russischen Team zum Kampfgericht. Er wollte die Punktezettel fotografieren, um den Betrug, den er witterte, auch dokumentieren zu können. Das wollte das Sauerland-Lager, für das Sylvester boxt, verhindern. "Wir dachten, er wollte die Zettel klauen", erklärte Sauerland-Sportkoordinator Hagen Doering. So flogen auch neben dem Ring die Fäuste und die Foto-Session des Karmazin-Betreuers wurde je beendet.
Letztlich bleibt ein fader Beigeschmack. "Ich habe natürlich gewonnen. Aber wir sind in Deutschland", zischte Karmazin verbittert. Ausländische Boxer behaupten seit Jahren, in Deutschland werde bei Titelkämpfen hemmungslos betrogen. Fakt ist: Der 37-jährige Russe war der aktivere und variablere Boxer; er schlug mehr und diktierte das Geschehen. Sylvester reklamierte für sich die klareren Treffer, hatte in Maske jedoch keinen Fürsprecher. "Man muss schon mit Köpfchen boxen", meinte der "Gentleman". "Ich hätte auch verlieren können. Er hat den Kampf bestimmt", gab der in seinen boxerischen Mitteln limitierte Sylvester zu. Zumindest seine Hochzeit am 2. Juli ist gerettet, denn die wollte der 29 Jahre alte Greifswalder unbedingt als Weltmeister feiern.
Anders zur Sache ging es im WM-Kampf um den vakanten IBF-Titel im Cruisergewicht. Den gewann der bei Sauerland unter Vertrag stehende Amerikaner Steve Cunningham gegen den Kanadier Troy Ross durch technischen K.o. in der fünften Runde. Damit hat Sauerland nunmehr zwei Cruisergewichts-Champions: Cunningham und WBO-Weltmeister Marco Huck. Der Berliner Stall will jetzt ein Super-Six-Turnier in dieser Gewichtsklasse nach Vorbild der gegenwärtig laufenden Sechser-Runde im Supermittelgewicht mit Ex-Weltmeister Arthur Abraham organisieren.